Antifa Cafe mit Vortrag

“In jeder Epoche muß versucht werden, die Überlieferung von Neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen”
Walter Benjamin – Über den Begriff der Geschichte

Es soll versucht werden zu zeigen, dass die Geschichte über die Partisan_innenbewegungen gegen NS und Faschismus nicht zu Ende geschrieben ist und selbst nach der Niederwerfung ihrer einstigen Gegner_innen noch einiges an Sprengkraft besitzt. Mit Walter Benjamins Worten gibt es die Möglichkeit den unterschiedlichen Situationen der Partisan_innenbewegungen im Kontext des 2. Weltkrieges nach zu gehen. Für sie war der Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus nicht nur ein Kampf ums Überleben, sondern auch Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft.
Heute mehr als 60 Jahre nach der Befreiung der Vernichtungslager und der Zerschlagung des NS-Regimes ist das keine tote Geschichte aus Büchern, sie ist umkämpft. An verschiedenen Stellen gilt es aufzuzeigen, wie Momente der Partisan_innenbewegungen aus der Geschichtsschreibung verbannt und internationalistisch Gesinnte zu Nationalbewegungen gedeutet werden. Die völlig differenzlose Kritik an nicht-staatlicher Gewalt ist eine der wichtigsten Argumentations-Schablonen, welche legitimen Widerstand versucht zu delegitimieren.
Neben dem “Diskurs” über die Partisan_innen beleuchten wir Momente in Polen, Frankreich und Jugoslawien. Von den Linkszionist_innen um Chaika Grossman in Polen geht es zur Brigade Marcel Langer in Frankreich und den Tito-Partisanen_innen in Jugoslawien. Zuletzt verfolgen wir die Geschichte der Wehrmacht, oder genauer den Wehrmachtssoldaten, die desertierten und sich den Partisanen_innen anschlossen und denen, die das nicht taten, wie etwa dem Osnabrücker Ferdinant Osterhaus.

Vortrag im Rahmen des Café Résistance am 06.12.2011 welches ab 19:00 Uhr geöffnet hat
SubstAnZ, Frankenstr. 25a OS // Referent: Ventôse